Der junge Meursault hat einen Araber erschossen, die Sonne war schuld sagt er, eigentlich ein Unglück. Im Prozess spielt aber vielmehr die ihm unterstellte Gefühllosigkeit bei der Beerdigung seine Mutter eine Rolle. Am Ende wird er zum Tode verurteilt. Auch das spielt – nach Meursault – keine Rolle.
Die kongeniale Neuverfilmung von Francois Ozon nutzt die Ästhetik des Schwarz-Weiss-Films maximal aus, vor unseren Augen ersteht das Algier der frühen 40er Jahre neu. In langen Einstellungen verharrt Ozon auf Gesichtern, der Himmel, das Meer, die Sonne werden zu Neben-Protagonisten. Am Ende entlässt uns der schwindelerregende aber auch angstmachende Freiheitsbegriff irgendwie ratlos in den Winterabend.
Ein unglaublich schöner und beeindruckender Film der auch nach mehrfachem Anschauen nichts von seinem Geheimnis verliert.
