die freunde von dinard e.v.

40 Jahre Partnerschaftsverein

Autor: Christoph Dürrwanger (Seite 1 von 6)

Für frankophile Filmfans Die Dinge des Lebens

Und auf einmal ist es ganz still. Gerade hat sich das Auto noch mehrmals überschlagen, der von Michel Piccoli gespielte Architekt ist meterweit aus dem Fahrzeug geschleudert worden. Und nun liegt der Schwerverletzte in einer kniehohen Wiese, umgeben von Obstbäumen, geradezu idyllisch. Und für einen Moment ist alles ganz still.

 

Bis eine hektische Maschinerie einsetzt. Passanten versuchen den in Brand geratenen Sportwagen zu löschen, die Polizei sperrt ab und befragt Zeugen und die Sanitäter bergen den Schwerverletzten. Die Lebensgefährtin (Romy Schneider) macht sich von Paris aus auf den Weg, auch eine Ex-Frau und ein erwachsener Sohn eilen ans Bett des mit dem Tode Ringenden.

 

Vor dem inneren Auge des Architekten spielen sich derweil nochmal entscheidende Szenen seines Lebens ab.

 

Arte sendet anlässlich des Todes von Michel Piccoli heute um 21:45 Uhr den kongenialen Klassiker von Claude Sautet.

 

Die Dinge des Lebens, Sonntag, 21:45 Uhr, arte

Für frankophile Bücherfans Albert Camus, Die Pest

Zuerst sterben die Ratten, dann die Menschen und auf einmal sind alle Grenzen geschlossen. Die Menschen kommen nicht mehr raus aus Oran. Manche Mitmenschen zeigen Solidarität, andere ziehen Profit aus dem Leid der anderen, wieder andere versuchen einfach nur zu überleben. Heute zeigt sich einmal mehr, wie visionär der Text von Camus war.

 

Eigentlich soll das Werk, für das Camus den Literatur-Nobelpreis erhält, als Parabel auf den Faschismus und die Zeit der deutschen Besatzung gedacht gewesen sein.

 

Egal wie man den Roman liest, er bleibt eine hoch spannende, lohnenswerte Lektüre, die sprachlich in ihrer Schlichtheit eine ungeheure Wucht entfaltet und ganz nebenbei einen tiefen Einblick in Camus‘ Philosophie gibt.

 

In der 3sat-Mediathek können Sie darüber hinaus eine Theaterfassung des Romans ansehen, die nur dort abzurufen ist. Es handelt sich um eine Adaption des Theaters Oberhausen, die nach dem Lock-down inszeniert wurde. Die einzelnen Protagonisten haben sich in dieser Zeit nie physisch getroffen. Die ersten beiden Folgen sind online, die Folgen 3 – 5 werden an den nächsten 3 Samstagen veröffentlicht.

 

Bitte unterstützen Sie in diesen schwierigen Zeiten den regionalen Buchhandel. Die meisten regionalen Buchhandlungen verfügen über eigene Internet-Shops und sind auch telefonisch für sie erreichbar.

 

Albert Camus, Die Pest, Rowohlt Verlag, 12,– €

 

50 Jahre Citroen SM 1970 Frankreichs Rückkehr in die automobile Oberklasse

In den frühen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts beginnt man sich bei Citroen Gedanken darüber zu machen, wie man das Programm der sehr erfolgreichen DS nach oben verlängern kann. Das Projekt zieht sich jahrelang hin, entwickelt sich immer mehr zu einem komplett eigenen Modell.

 

Im Frühjahr 1970 ist es endlich soweit: Auf dem Automobil-Salon in Genf wird der SM vorgestellt. Frankreich, das auf eine lange Tradition an Prestige-Fahrzeugen zurückblickt, verfügt endlich wieder über ein wirkliches Luxus-Automobil. Der Sechszylinder ist bei Maserati entwickelt worden und verleiht dem Auto ein seltsames Zwitter-Wesen: Ein reinrassiger Sportmotor findet sich in einem großen, auf Komfort ausgelegten Coupé wieder.

 

Trotzdem ist die Presse zunächst begeistert. Zwar ist der Wagen teurer als die deutsche Konkurrenz aber eben auch von ausgesprochen aufwendiger Konstruktion. Vielleicht zu aufwendig: Schnell stellt sich heraus, dass viele Citroen-Werkstätten mit der komplizierten Technik überfordert sind, der Spanner für die Steuerkette des Motors ist außerdem zu schwach dimensioniert. Wird die Kette nicht manuell alle 10.000 km justiert, drohen massive Motorschäden.

 

All dies schadet dem Ruf des Wagens. Sein sensationelles Design mit den 6 Scheinwerfern unter Plexiglas(2 davon mitlenkend!) kann ihn da nicht mehr retten. Das Fahrzeug lässt sich kaum noch verkaufen. Die Übernahme der Mehrheit bei Citroen durch Peugeot bedeutet letztlich das Ende dieses bemerkenswerten Autos: 1975 wird die Produktion nach immerhin ca. 12.000 produzierten Einheiten beendet. Frankreichs Rückkehr in die Oberklasse muss weiter warten. Wer heute über ein gut gepflegtes Modell verfügt, hat nicht nur ein zuverlässiges Fortbewegungsmittel sondern auch ein ebenso zuverlässiges Wertsteigerungsobjekt.

Für frankophile Bücherfans Annie Ernaux, Eine Frau

Wenige Wochen nach dem Tod ihrer Mutter setzt Annie Ernaux ihr ein bewegendes Denkmal. Um die Jahrhundertwende in der Normandie in eine Arbeiterfamilie geboren, wird sie später mit ihrem Mann ein Lebensmittelgeschäft führen. Die Tochter Annie schafft einen weiteren Schritt im sozialen Aufstieg, sie wird studieren. Das schafft mitunter auch Distanz zur Mutter. Die Bildung, die die Mutter nicht die Chance hatte zu erwerben, wird zwischen ihnen stehen. Aber zugleich werden sie sich auf einer anderen Ebene wieder treffen. 1986 erstmals erschienen und jetzt in neuer Übersetzung bei Suhrkamp wieder aufgelegt.

Bitte unterstützen Sie in diesen schwierigen Zeiten den regionalen Buchhandel. Die meisten regionalen Buchhandlungen verfügen über eigene Internet-Shops und sind auch telefonisch für sie erreichbar. 

Annie Ernaux, Eine Frau, Suhrkamp Verlag, 18,– €

 

 

Für frankophile Bücherfans Luc Banalec, Bretonisches Vermächtnis/ Georges Simenon, Maigret und der gelbe Hund

Kommissar Dupins achter Fall entführt uns in „die blaue Stadt“ Concarneau. Kurz vor Pfingsten feiern die Bretonen in den Straßen der Altstadt den Auftakt des Sommers, als vor Dupins Lieblings-Restaurant, dem „Amiral“, eine Leiche gefunden wird. 1931 ermittelt genau dort auch schon Kommissar Maigret im Fall eines ermordeten Weinhändlers. Jörg Bong, der sich hinter dem Pseudonym Luc Banalec verbirgt, gibt uns Lesern damit die Möglichkeit und das Vergnügen, beide Bücher parallel zu lesen.

 

Zu erstehen beim Buchhändler Ihres Vertrauens. Bitte unterstützen Sie in diesen schwierigen Zeiten den regionalen Buchhandel. Die meisten regionalen Buchhandlungen verfügen über eigene Online-Shops und sind auch telefonisch für Ihre Anfragen erreichbar.

 

Luc Banalec, Bretonisches Vermächtnis, Kiepenheuer & Witsch, 16,–€

 

Georges Simenon, Maigret und der gelbe Hund, Kampa Verlag, 16,90 €

 

Konversation am 23. März Muss leider ausfallen

Auf Grund der aktuellen Situation muss leider die Konversationsgruppe am 23. März ersatzlos entfallen.

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund

Der Vorstand

11. März 2020 Jährliche Mitgliederversammlung mit Neuwahlen

Am Mittwoch-Abend fand die alljährliche Mitgliederversammlung des Vereins im Restaurant Opatja in Söcking statt. Immerhin 26 Mitglieder fanden sich um 19:30 Uhr ein um den Rechenschaftsbericht des Vorstandes zu hören und auch an der alle 2 Jahre fälligen Neuwahl des Vorstandes teilzunehmen.

 

Nach der Rückschau der Vorsitzenden Angelika Galata und dem Kassenbericht von Schatzmeister Thomas Mittermeier ging es daran einen neuen Vorstand zu wählen. Leider standen die beiden BeisitzerInnen Dr. Renate Menzel und Martine Zilliox nicht mehr zur Verfügung. Dafür stellten sich Dr. Falko Stichnoth und Sebastian Schuh zur Wahl. Alle Kanditdatinnen wurden ohne Gegenstimme bestätigt.

 

Nach der Wahl hielt Angelika Galata noch eine kurze Vorschau auf das laufende Vereins-Jahr. Danach war noch Gelegenheit den Abend bei einem vom Verein gespendeten Glas Prosecco ausklingen zu lassen.

Für frankophile Kinofans Paris Calligrammes

1962 geht die 20-Jährige Ulrike Ottinger nach Paris. Sie ist entschlossen Künstlerin zu werden und trifft auf eine aufgewühlte Gesellschaft in einer aufregenden Zeit. Über Ihre Zeit in Paris die bis 1969 andauert und in der kulturelle und soziologische Umbrüche eine andere Gesellschaft formen hat sie eine bewegende Doku mit viel historischem Filmmaterial gemacht. Eine sehr persönliche und differenzierte Liebeserklärung an die französische Hauptstadt.

 

Zu sehen im Original mit Untertiteln im Kino Theatiner in München: Paris Calligrammes,  Sonntag, den 08. März, 13:00 Uhr und Dienstag, den 10. März, 15:45 Uhr.

Für frankophile Jazz-Fans 7. März 2020: Emile Parisien Quartett im Bürgersaal des Radthauses Feldafing

Am 7. März 2020 ist das Emile Parisien Quartett mit seinem Programm „Double Screening“ zu Gast im Bürgersaal im Rathaus Feldafing. Damit ist es dem Verein „Jazz am See e.V.“ gelungen ein weiteres hochrangiges Jazz-Event in den Landkreis zu holen.

 

Emile Parisien, 1982 im südfranzösischen Cahors geboren, besuchte ab dem Alter von 12 Jahren das Collège de Jazz in Marciac. Ab 1996 studierte er klassische und zeitgenössische Musik, sowie Komposition am Konservatorium in Toulouse. Er gilt als einer der herausragenden zeitgenössischen Jazz-Saxofonisten. 2012 wurde ihm der „Prix Django Reinhardt“ als bester französischer Jazz-Musiker verliehen, 2016 erhielt er die Auszeichnung „Victoire du Jazz“ für das beste Album des Jahres, 2015 und 2017 erhielt er einen je „Echo-Jazz“.

 

Begleitet wird er von Julien Touéry am Flügel, Ivan Gélugne am Bass und Julien Loutelier am Schlagzeug.

 

Emile Parisien Quartett, 7. März 2020, 20:30 Uhr, Rathaus Feldafing, Bürgersaal, Karten € 25,– unter www.xing-events.com/BCCPPOT.html

Die Fäden der Moderne Der Verein organisiert eine Führung durch die Ausstellung "Die Fäden der Moderne" in der Kunsthalle

   Am 20. Februar trafen sich gut 20 Vereinsmitglieder in der Kunsthalle in München um an einer Führung durch die Ausstellung „Die Fäden der Moderne“ teilzunehmen. Die Exponate, die in Deutschland zum ersten Mal zu sehen sind, sind auch in Frankreich für die Öffentlichkeit schwer oder gar nicht zugänglich, da sie – im staatlichen Auftrag entstanden – in staatlichen Institutionen hängen. Die Tapisserien wurden mit aufwändig hergestellten Farbgarnen nach Vorlagen u.a. von Miró und Picasso in jahrelanger Arbeit hergestellt. Insgesamt ist eine Mischung verschiedener Stile vom Ende des ersten Weltkrieges bis hin zum Fotorealismus zu sehen. Der Kunstvermittlerin Frau Schaffrath gelang es einen zugleich informativen wie kurzweiligen Einblick in die Thematik zu geben.

 

Nach Abschluss der Führung bestand noch die Gelegenheit, in den Pfälzer Weinstuben das gerade erworbene Wissen bei einem guten Glas Wein im Gespräch zu vertiefen und den Abend so ausklingen zu lassen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. März zu sehen in der Kunsthalle in München.

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