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Für frankophile Kinofans Paris Calligrammes

1962 geht die 20-Jährige Ulrike Ottinger nach Paris. Sie ist entschlossen Künstlerin zu werden und trifft auf eine aufgewühlte Gesellschaft in einer aufregenden Zeit. Über Ihre Zeit in Paris die bis 1969 andauert und in der kulturelle und soziologische Umbrüche eine andere Gesellschaft formen hat sie eine bewegende Doku mit viel historischem Filmmaterial gemacht. Eine sehr persönliche und differenzierte Liebeserklärung an die französische Hauptstadt.

 

Zu sehen im Original mit Untertiteln im Kino Theatiner in München: Paris Calligrammes,  Sonntag, den 08. März, 13:00 Uhr und Dienstag, den 10. März, 15:45 Uhr.

Für frankophile Jazz-Fans 7. März 2020: Emile Parisien Quartett im Bürgersaal des Radthauses Feldafing

Am 7. März 2020 ist das Emile Parisien Quartett mit seinem Programm „Double Screening“ zu Gast im Bürgersaal im Rathaus Feldafing. Damit ist es dem Verein „Jazz am See e.V.“ gelungen ein weiteres hochrangiges Jazz-Event in den Landkreis zu holen.

 

Emile Parisien, 1982 im südfranzösischen Cahors geboren, besuchte ab dem Alter von 12 Jahren das Collège de Jazz in Marciac. Ab 1996 studierte er klassische und zeitgenössische Musik, sowie Komposition am Konservatorium in Toulouse. Er gilt als einer der herausragenden zeitgenössischen Jazz-Saxofonisten. 2012 wurde ihm der „Prix Django Reinhardt“ als bester französischer Jazz-Musiker verliehen, 2016 erhielt er die Auszeichnung „Victoire du Jazz“ für das beste Album des Jahres, 2015 und 2017 erhielt er einen je „Echo-Jazz“.

 

Begleitet wird er von Julien Touéry am Flügel, Ivan Gélugne am Bass und Julien Loutelier am Schlagzeug.

 

Emile Parisien Quartett, 7. März 2020, 20:30 Uhr, Rathaus Feldafing, Bürgersaal, Karten € 25,– unter www.xing-events.com/BCCPPOT.html

Die Fäden der Moderne Der Verein organisiert eine Führung durch die Ausstellung "Die Fäden der Moderne" in der Kunsthalle

   Am 20. Februar trafen sich gut 20 Vereinsmitglieder in der Kunsthalle in München um an einer Führung durch die Ausstellung „Die Fäden der Moderne“ teilzunehmen. Die Exponate, die in Deutschland zum ersten Mal zu sehen sind, sind auch in Frankreich für die Öffentlichkeit schwer oder gar nicht zugänglich, da sie – im staatlichen Auftrag entstanden – in staatlichen Institutionen hängen. Die Tapisserien wurden mit aufwändig hergestellten Farbgarnen nach Vorlagen u.a. von Miró und Picasso in jahrelanger Arbeit hergestellt. Insgesamt ist eine Mischung verschiedener Stile vom Ende des ersten Weltkrieges bis hin zum Fotorealismus zu sehen. Der Kunstvermittlerin Frau Schaffrath gelang es einen zugleich informativen wie kurzweiligen Einblick in die Thematik zu geben.

 

Nach Abschluss der Führung bestand noch die Gelegenheit, in den Pfälzer Weinstuben das gerade erworbene Wissen bei einem guten Glas Wein im Gespräch zu vertiefen und den Abend so ausklingen zu lassen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. März zu sehen in der Kunsthalle in München.

Für frankophile Kinofans Intrige

Roman Polanski widmet sich in seinem neuesten Film dem historischen Stoff um den jüdischen Offizier Alfred Dreyfuss. Er wird Ende des 19. Jahrhunderts beschuldigt und verurteilt des Hochverrats schuldig zu sein. In einer entwürdigenden Zeremonie wird er degradiert und in die Verbannung auf die Teufelsinsel geschickt. Schnell wird jedoch dem zum Geheimdienstchef beförderten Marie-Georges Picquart klar, dass Dreyfus unschuldig sein muss, und er setzt alles daran, die entsprechenden Beweise zu sammeln. Trotzdem halten alle offiziellen Stellen an der ursprünglichen Version fest. Eine Affäre, die Frankreich in seinen Grundfesten erschüttert hat und Emile Zola zu seinem berühmten Zeitungsartikel „J’accuse“ und einer leidenschaftlichen Parteinahme für Dreyfus inspiriert hat. Polanskis wuchtiger Film beruht auf der Romanvorlage des britischen Autors Robert Harris, der nochmals sämtliche Akten durchforstet hat.

Zu sehen in den Breitwandkinos in Seefeld und Gauting und im Original mit Untertiteln im Kino Theatiner in München.

 

Henri Bonamy, „The French Touch II“ Eine Reise durch die französische Klaviermusik

Unter dem Titel „The French Touch Part II“ lädt der in München lebende französische Pianist und Dirigent Henri Bonamy am Samstag, den 15. Februar 2020 im Gasteig zu einer Reise durch die französische Klaviermusik ein. U.A. spielt er Werke von César Franck, Gabriel Fauré und Claude Debussy. Karten zu Preisen von 29,– €(Schüler/Innen, Studierende 14,–€) sind noch zu erwerben unter www.muenchenticket.de oder Tel.: 089-5481818181.

 

Henri Bonamy, „The French Touch Part II“, Gasteig München, Kleiner Konzertsaal,

  1. Februar 2020, 20:00 Uhr.

Noch bis Sonntag! 47. Internationales Comic-Festival in Angouleme

Wer sich sofort auf den Weg macht kommt noch rechtzeitig: Vom 30. Januar bis zum 02. Februar 2020 läuft in der südwestfranzösischen Stadt das 47. internationale Comicfestival. Das Festival, das zum ersten Mal 1974 stattgefunden hat, lockt mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen. Dieses Jahr hatte sogar der französische Staatspräsident Emanuel Macron sein Kommen angekündigt, 2020 war zum Jahr des Comics erklärt worden. Das Festival hat sicher mit dazu beigetragen, dass der Comic in Frankreich im Gegensatz zu Deutschland als literarische Gattung voll anerkannt ist. Außerdem hat es die Stadt Angouleme nachhaltig verändert, die heute nach Brüssel als zweite europäische Comic-Hauptstadt gilt. Comic-Figuren grüßen von Hausfassaden, auch ein sehenswertes Comic-Museum gibt es.

 

Für frankophile Bücherfreunde Die Verlobung des Monsieur Hire

Der noch junge Kampa-Verlag aus Zürich bringt es schon jetzt auf die beachtliche Zahl von über 60 Backlist-Titeln aus dem ausufernden Werk Georges Simenons. Für vielleicht keinen anderen anderen Autor gilt so sehr wie für Georges Simenon, dass hier Quantität auch mit Qualität einhergeht. Denn jedes seiner Bücher ist auch eine fein gezeichnete psychologische Studie, der Gesellschaft wird der Spiegel vorgehalten, und das erstaunlich aktuell und nicht zuletzt in einem schönen Stil geschrieben. So z.B. jetzt neu erschienen und neu übersetzt: „Die Verlobung des Monsieur Hire“ über einen Menschen, der aufgrund seines unfreiwilligen Außenseitertums zum unfreiwilligen Verdächtigen in einem Mordfall wird. Zu erwerben beim Buchhändler Ihres Vertrauens.

 

Georges Simenon, Die Verlobung des Monsieur Hire, Kampa Verlag, € 21,90.

 

 

Für frankophile Kinofans Das Weltgericht von Bamako

In einem Hinterhof von Bamako: Das normale, alltägliche Leben nimmt seinen Lauf, während sich eine Gruppe Menschen einfindet um Gericht zu halten. Angeklagt sind die Weltbank und der internationale Währungsfond, deren Politik für die schlechte politische und wirtschaftliche Lage in vielen afrikanischen Ländern verantwortlich gemacht wird. In seiner Reihe „Afrika im Aufbruch“ bringt das Kino Breitwand diesen vielbeachteten Film aus der afrikanischen Frankophonie. Mit Einführung und nachfolgendem Gespräch im Kino Breitwand in Starnberg am Sonntag, den 12. Januar um 11:00 Uhr.

 

Für frankophile Kinofans Der geheime Roman des Monsieur Pick

Tief im Westen der Bretagne wird in einer Bibliothek das Manuskript eines unveröffentlichten Romans entdeckt und zur literarischen Sensation der Saison. Ein prominenter Literatur-Kritiker zweifelt öffentlich die Urheberschaft an. Autor soll der örtliche Pizzabäcker sein. Der Literatur-Kritiker verliert durch sein öffentliches Zweifeln zunächst seinen Job, dann auch seine Ehefrau. Die Frage nach der Urheberschaft gewinnt für ihn und damit auch für den Zuschauer an Relevanz. In der Komödie entwickelt sich eine wahre Kriminal-Handlung an deren Ende man als Zuschauer feststellen muss, dass einem das offen Sichtbare verborgen geblieben ist. Berührende Kino-Unterhaltung, die verschiedene Genres mischt. Zu sehen im Orginal mit Untertiteln im Kino Breitwand in Seefeld Sonntag, 05.01. um 18:15 Uhr und Mittwoch 08.01. um 18:00 Uhr.

 

Heute vor 60 Jahren 4. Januar 1960: Albert Camus stirbt bei Autounfall

Vor genau 60 Jahren stirbt der Schriftsteller, Philosoph, Theaterregisseur und Journalist Albert Camus bei einem Autounfall im Fahrzeug seines Freundes und Verlegers Michel Gallimard in der Nähe von Villeblevin. Der Autor, der die Literatur und Philosophie des 20. Jahrhundert mit Werken wie „Der Fremde“, „Die Pest“, „Der Mythos von Sysiphos“ oder auch „Der Mensch in der Revolte“ prägend beeinflusst hat, hatte schon das Zugticket gekauft, mit dem er von Loumarin in Südfrankreich, wo er ein Haus besaß, zurück nach Paris fahren wollte. Da erreichte ihn der Vorschlag seines Freundes Michel Gallimard, zusammen mit Ihm, seiner Frau und seiner Tochter im Auto nach Paris zu fahren. Man kann sich eine fröhliche Reisegesellschaft vorstellen, die sich da am Morgen des 3. Januar im Facel Vega von Michel Gallimard auf den Weg machte. In einem Frankreich fast ohne Autobahn legte man einen Stopp für die Nacht ein, um am nächsten Tag die Strecke nach Paris zu vollenden. Am 4. Januar wird mittags eingekehrt, um den 18. Geburtstag von Gallimards Tochter zu feiern. Nach dem Mittagessen, macht man sich auf den Weg für die letzte Etappe. Einer der wenigen Unfall-Zeugen sagt aus, das Auto habe ihn mit hoher Geschwindigkeit überholt. Als sich das Fahrzeug auf der schnurgeraden Strecke schon deutlich entfernt hatte, habe er einen lauten Knall gehört, darauf sei der schwere Tourenwagen ins Taumeln geraten. Der Facel prallt zunächst gegen einen Baum und wird von einem zweiten Baum buchstäblich zerrissen. Am Unfallort bietet sich den ersten Eintreffenden ein Bild der Verwüstung: Der Motorblock liegt isoliert im Feld, das ganze Vorderteil des Wagens ist in seine Einzelteile zerrissen, nur das Heck scheint noch in einem Teil vorhanden. Albert Camus ist sofort tot, Michel Gallimard stirbt Tage später im Krankenhaus, die beiden Frauen gehen aus dem Unfall nahezu unverletzt hervor. Die Unfallursache konnte nie ganz geklärt werden, der Hersteller des leistungsstarken Autos ergänzte nach der Tragödie seine Betriebsanleitungen um uns heute etwas hilflos erscheinende Empfehlungen, wie z.B. man solle während der Fahrt beide Hände am Lenkrad behalten und nicht Radio hören. Die vielleicht seltsamste Theorie brachte in den 2010er-Jahren ein italienischer Journalist ins Spiel, der behauptete, er habe in einem KGB-Archiv Hinweise auf ein Attentat des KGB gefunden. Die schon gelöste Bahnkarte für die Fahrt nach Paris fand man in Camus Manteltasche. Sein Werk jedoch hatte den Literatur-Nobelpreisträger von 1957 längst unsterblich gemacht.

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